Spendenaufruf

Die Paul Lazarus Stiftung, im Oktober 2010 als Treuhandstiftung gegründet, ist eine junge Stiftung. Ihr Kapitalvermögen ist mit knapp € 8.000,00 sehr bescheiden. Der immaterielle Wert ihrer Nachlässe und Sammlungen sowie ihrer Bibliothek ist jedoch erheblich. Er wurde von einem Experten der Universität Mainz auf ca. € 135.000,00 geschätzt. Um unseren Archivschatz zu heben und zu pflegen, bedarf die Stiftung großzügiger Spenderinnen und Spender.

Nicht zuletzt die Zerstörung des Melde- und Katasteramtes der Stadt Wiesbaden während des Zweiten Weltkrieges hat verursacht, dass Wiesbaden als einzige Landeshauptstadt bis dato über keine konkludente Historiographie seiner jüdischen Geschichte aufweisen kann. Die Paul Lazarus Stiftung fühlt sich mit ihrer umfangreichen genealogischen Forschung berufen, diesen Mangel zu beheben.

Zwar kann die jüdische Geschichte Wiesbadens nicht mit so bedeutenden Gemeinden wie die der Shum-Städte ‚konkurieren‘. Dennoch zeichnet sie sich durch spezifische Eigenheiten aus:

  • Sie war in besonderem Maße heterogen, insofern die ursprüngliche kleine Stadtgemeinde in Konkurrenz mit den umliegenden jüdischen Landgemeinden stand, die ab 1806 schrittweise in die Stadt Wiesbaden eingegliedert wurden. Dieser Prozess war ebenso spannungsreich wie fruchtbar. Mit Dr. Abraham Geiger – Rabbiner in Wiesbaden von 1832 bis 1838 – begann die Reformjüdische Bewegung in Deutschland. In Wiesbaden fanden zwei der bedeutenden Konferenzen deutscher Reformrabbiner statt.
  • Mit Amtsantritt des neo-orthodoxen Rabbiners Dr. Leon Kahn bildete sich in Wiesbaden ein deutschlandweit bekannter Kontrapunkt zur liberal-jüdischen Hauptgemeinde heraus. Es ist Rabbiner Kahn zu verdanken, dass er die Gunst der Stunde nutzte, die ihm das im Reichstag verabschiedete sogenannte Austrittsgesetz (vom 28.07.1876) gab. Auf der Basis dieses Gesetzes gründete er 1878 die erste „altisraelitische Austrittsgemeinde“ Deutschlands.
  • Der Charakter jüdischen Lebens in Wiesbaden wurde nicht zuletzt dadurch geprägt, dass die jüdische Bevölkerung Wiesbadens im Einklang mit deren Entwicklung zur Weltkurstadt in kurzer Zeit rapide anwuchs: von 13 Familie in 1806, zu etwa 600 im Jahre der Einsegnung der Synagoge am Michelsberg (1869), schließlich auf etwa 3.000 im Jahre 1935. Mit diesem schnellen Wachstum erhielt die jüdische Gemeinschaft einen – wie wir heute sagen würden – multikulturellen Charakter.

Einige Projekte zum jüdischen Leben in Wiesbaden könnte die Paul Lazarus Stiftung unmittelbar ausführen [für mehr Informationen klicke Sie hier], wenn sie über die dafür erforderlichen Finanzmittel verfügen würde. Je mehr Bürgerinnen und Bürger sich in den Freundes- und Förderkreis der Stiftung einreihen, desto eher könnten diese Projekte in Angriff genommen werden.

Der im Januar 2012 gegründete Freundes- und Förderkreis konnte im ersten Jahr seines Bestehens ca. € 3.500,00 einwerben. Wir wären dankbar, wenn diese Tradition fortgesetzt werden könnte.

Für Spenden stellen wir entsprechende Förderbescheinigungen aus, die beim Finanzamt geltend gemacht werden können.

Kontakte:

inXfo[at]pNaul-'kvkla,zard0ums-%stif%Qtungg.de


Konto der Paul Lazarus Stiftung: NASPA – BLZ 51050015 / Konto-Nummer 555555010

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