Jüdische Familien in Wiesbaden 1818 -1946 Breckenheim/ Delkenheim

Breckenheim-DelkenheimHrsg. Wolfgang Fritzsche und Frank Bartelt, 2018
ISBN: 978-3-942902-11-3
Hardcover: Preis: 28,00 €

Seit der Gründung des Aktiven Museums (1988) stand die Befassung mit dem in Wiesbaden erfolgten Holocaust ganz im Vordergrund seiner Aktivitäten. Doch – im Titel des AMS wird zusätzlich „deutsch-jüdische Geschichte” erwähnt. Tatsache ist – die jüdische Geschichte – auch in Wiesbaden – ist historisch weit umfänglicher und „reicher” als der Holocaust. Ohne diesen auszugliedern, ist seit langem die Verpflichtung wahrzunehmen, der Wiesbadener deutsch-jüdischen Geschichte den Platz zuzugestehen, der notwendig und wünschenswert ist.

Seit ihrem Bestehen im Oktober 2001 hat sich die Paul Lazarus Stiftung in ganz besonderer Weise der gesamten jüdischen Geschichte Wiesbadens gewidmet; sie will diese Geschichte nach Orts- bez. Stadtgebieten entfalten und publizieren. Als erster Band ist die jüdische Familiengeschichte von Delkenheim und Breckenheim erforscht worden – über einen Zeitraum teils aus dem späten 18., vor allem aber vom frühen 19. Jahrhundert (1818) bis zum Jahre 1946. Die Befassung mit dieser Geschichte und der „Systementwurf” ihrer Publikation haben mehr als drei Jahre gedauert. Nicht zuletzt lag die lange Bearbeitungszeit auch daran, dass gegen Ende des Zweiten Weltkrieges der Wiesbadener Stadtrat, in dem sich auch die Personalkartei der Wiesbadner Bevölkerung befand, zerstört wurde. Damit waren auch die Unterlagen der jüdischen Bürgerinnen und Bürger Wiesbaden ausgelöscht. Allein der lange, oft auch zufällig wachsende Kontakt mit ehemaligen jüdischen Familien, die ihre Lebens-Entwicklung lange vor dem Holocaust ins Ausland verlegten [USA, England, später auch Palästina/Israel] trug erheblich zu Geschichts-Schreibung bei.

Die Abschriften der Grabsteinschriften konnten dem Informationssystem Hessen [LAGIS] entnommen werden. Eine besondere Quellengattung war die 1832 zusammengetragene Genisa der Familie Kehrmann, die im Frühjahr 2005 in einem Versteck auf dem Dachboden der Familie in Delkenheim gefunden wurde. Von großem Beitrag war nicht zuletzt die seit ihrem Bestehen der Paul Lazarus Stiftung entwickelte Geologische Datenbank der PLS, die derzeit ca. 18.000 Juden und Jüdinnen Wiesbadens und seiner historischen Vororten erfasst hat, teils bis in ihre acht Generation reichend.

Seit Februar 2018 liegt nun die 200-seitige Geschichte der Delkenheimer und Breckenheimer Juden vor – mit sehr vielen Fotos und Nachweisen ausgestattet.
Herausgeber sind Wolfgang Fritzsche und Frank Bartelt, denen unser herzlicher Dank gilt; viele Mitglieder der PLS haben zu kleineren Aspekten beigetragen.

Wiesbadener Tagblatt 16. April 2018

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