Rabbiner Leo Trepp erzählt aus seinem Leben:

„Tzedek, tzedek Tirdof – Der Gerechtigkeit, der Gerechtigkeit sollst du nachjagen.“

Rabbiner Leo TreppHörprobe

Tonträger 2 CDs, 154:43 min

Booklet: 32 Seiten

empf. VK-Preis 19,50 €

ISBN 978-3-942902-09-0

Hrsg. Paul Lazarus Stiftung 2014

Der Rabbiner und Religionsphilosoph Leo Trepp (1913-2010) war der letzte deutsche Rabbiner, der schon unter den Nationalsozialisten amtierte. Das Porträt basiert auf Tonaufnahmen aus dem Jahr 2008, als er seiner Frau Gunda Trepp seine Lebenserinnerungen erzählt. In ihnen wird das vergangene deutsche Judentum lebendig, von dem er in seiner Kindheit und Jugend in Mainz und einem Dorf in Unterfranken geprägt und das unter dem Nationalsozialismus vernichtet wurde. In Berlin und Würzburg studiert er Philosophie und Geisteswissenschaften, in Berlin besucht er das orthodoxe Rabbinerseminar. 1936 wird er Landesrabbiner von Oldenburg. In der Pogromnacht 1938 wird er verhaftet und ins KZ Sachsenhausen deportiert. Nach seiner Freilassung führt ihn seine erzwungene Emigration in die Vereinigten Staaten, wo er gelebte Demokratie erfährt aber auch den Vorurteilen gegen einen deutschen Rabbiner begegnet.

Seine Familie wird in der Schoah ermordet. Dennoch kehrt er nach dem Krieg regelmäßig in seine „gestohlene Heimat“ zurück, wie er Deutschland nun nennt. In seinen Kontakten zu jüdischen Gemeinden ist es ihm ein Anliegen, die Werte und die Offenheit des untergegangenen Judentums zu vermitteln.
Auf die deutschen Nichtjuden geht er zu, um sie an ihre Verantwortung zu erinnern und sie über das Judentum aufzuklären. Überzeugt davon, dass nur Wissen vor neuem Antisemitismus schützt, lehrt er an zahlreichen Universitäten, hält Vorträge, engagiert sich im christlich-jüdischen Dialog und schreibt. Toleranz als Basis für Begegnungen lehnt Trepp ab. Für ihn setzt Toleranz voraus, dass eine Partei etwas „ertragen“, „hinnehmen“ muss. Ein Miteinander fordert aus seiner Sicht Respekt vor dem anderen und Liebe für den anderen. Dass er mit dieser Haltung auf die Nachkriegsdeutschen zugeht, bringt ihm Bewunderung und zahlreiche Ehrungen. Sein Leben lang leiten ihn sein Gottvertrauen, eine tiefe Menschenliebe, Disziplin und die Tora. Zum 50. Jahrestag der Auschwitzbefreiung hält Trepp die Rede im Landtag seiner Heimatstadt Mainz. Dort benennt er, was aus seiner Sicht die Aufgabe aller Deutschen, gleich welcher Religion oder Kultur, ist und zitiert die Tora: „Tzedek, tzedek Tirdof“ – „Der Gerechtigkeit, der Gerechtigkeit sollst du nachjagen.“

Gunda Trepp begleitet ihn als Sprecherin durch seine Erinnerungen.

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HR2-Hörbuchzeit Rezension von Dorothee Meyer-Kahrweg am 28.06.14

Weitere Informationen zu Leo Trepp finden Sie unter dem link http://leotrepp.org/

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