Eugen Herman-Friede erzählt aus seinem Leben:

„Ich war kein Widerstandskämpfer. Mir hat es Spaß gemacht, etwas gegen die Nazis zu tun.“

Hörprobe

Tonträger: 2 CDs, 108 Min.
Booklet: 28 Seiten
Empf. VK 19,50 €
ISBN 978-3-942902-05-2
Hrsg. Paul Lazarus Stiftung 2012

Eugen Herman-Friede wird als Sohn jüdischer Eltern 1926 in Berlin geboren. Um der Verfolgung durch die Nationalsozialisten zu entgehen, taucht er 1943 in Luckenwalde bei Berlin unter. Dort gibt es einen Kreis von Helfern, der verfolgte Juden versteckt. Immer wieder in Berliner Mundart verfallend und mit dem dazugehörigen Humor erzählt er aus seinem Leben und über die Zeit im Untergrund. Mit der Abenteuerlust eines 17-Jährigen ist er bei Gründung und Aktionen der Widerstandsgruppe „Gemeinschaft für Frieden und Aufbau“ dabei. Einer ungewöhnlichen Gruppe mit etwa 40 Mitgliedern, die aus Juden und Nichtjuden, Kommunisten und NSDAP-Mitgliedern besteht. Die Gruppe wird entdeckt und er und seine Eltern werden im Dezember 1944 verhaftet. Bis zu seiner Freilassung im April 1945 durchläuft er Polizeigefängnisse und Gestapo-Keller. Danach tritt er der KPD bei, bis er in der SBZ erneut verhaftet und ohne Begründung inhaftiert wird.
1948 geht er mit seiner Frau zunächst nach West-Berlin, 1952 nach Kanada. 1956 kommen sie zurück nach Deutschland und er beginnt seine Karriere in der Textilindustrie. 1970 ergreift er ein Angebot, ins Investmentgeschäft einzusteigen, und erlebt hautnah einen der ersten Finanzskandale der BRD. In den 1980ern veranlasst ihn die Begegnung mit alten Nazianhängern, über seine Zeit im Widerstand zu schreiben, unter anderem erscheint das Buch „Abgetaucht! Als U-Boot im Widerstand“.

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