Arno Lustiger erzählt aus seinem Leben:

„Ich habe mein ganzes Leben Glück gehabt.“

Hörprobe

Tonträger 1 CD, 73:24 Min.

Booklet: 28 Seiten

empf. VK 15,00 €

ISBN 978-3-942902-07-6

Erstauflage 2008 / Überarbeitete Auflage Mai 2013

Hrsg. Paul Lazarus Stiftung
Arno Lustiger wird 1924 in Bedzin, in Polnisch-Oberschlesien, geboren. Bis 1939 besucht er dort das jüdische Gymnasium und ist Mitglied in verschiedenen jüdischen Jugendorganisationen, zuletzt im zionistischen Pfadfinderbund. Mit Kriegsausbruch muss er als Zwangsarbeiter in einer Rüstungsfabrik arbeiten und ist ab 1943 in mehreren Lagern und KZs inhaftiert. Er überlebte zwei Todesmärsche im Januar und April 1945. Nach seiner Flucht dient er als freiwilliger Dolmetscher in der amerikanischen Armee. Von 1945 bis 1948 lebt er mit seiner Mutter und drei Schwestern, die das KZ überlebt haben, im DP-Lager Frankfurt-Zeilsheim. Dort ist er als Redakteur der jiddischen Zeitung Unterwegs tätig, dem Organ der jüdischen Dps in Hessen. Seit 1948 ist Arno Lustiger Mitglied der Jüdischen Gemeinde Frankfurt, an deren Wiedergründung und Aufbau er maßgeblich beteiligt ist. 1951 wird er Mitbegründer der Zionistischen Organisation in Deutschland und für viele Jahre deren Vorsitzender. Sein 1950 gegründetes Unternehmen gibt er in den 1980ern auf und widmet sich ganz der Erforschung des jüdisch-antifaschistischen Widerstandes in Ost- und Westeuropa. Er verfasst dazu Bücher, die in mehreren Sprachen veröffentlicht werden. 2004 – 2006 ist er Gastprofessor am Fritz Bauer Institut der Universität Frankfurt.

Arno Lustiger ist am 15. Mai 2012  gestorben.
Über viele Jahre war Arno Lustiger mit dem Aktiven Museum Spiegelgasse verbunden, hat es an mehreren Weichenstellungen seiner Arbeit gefördert und unterstützt. Zunächst galt sein Einsatz der Gründung der Jugendinitiative Spiegelbild, später war er Ehrenvorsitzender des Wissenschaftlichen Beirates. Ohne seinen Einsatz und seine aktive Unterstützung wäre die Veranstaltungsreihe Dialogtage nicht zustande gekommen. Nicht zuletzt war er bereit, mit seinem Zeitzeugnis die Edition Zeugen einer Zeit zu eröffnen.
Sikaron uv’racha.

Am 16. September 2015 wurde Gila Lustiger der Robert-Gernhardt-Preis 2015 verliehen. Ihre Dankesrede ist eine kluge und berührende Auseinandersetzung mit dem Schicksal ihres Vaters Arno Lustiger.

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