Jüdische Frauen der Rhein-Main-Region

Aus der Rhein-Main-Region stammten bzw. wirkten dort Frauen jüdischer Herkunft, die mit ihrem Engagement – sei es im schriftstellerischen, sozialen oder politischen Bereich – überregional bekannt wurden und mit ihren Aktivitäten nicht nur die jüdische, sondern auch die deutsche Geschichte geprägt haben. Neben der in der Kaiserzeit bekannten Sozialpolitikerin Henriette Fürth (Frankfurt am Main) wurde beispielsweise die Schriftstellerin Anna Seghers in Mainz geboren, während mit der Journalistin Toni Sender (SPD) eine der ersten Frauen der deutschen Geschichte, die in den Deutschen Reichstag gewählt wurde, aus Wiesbaden-Biebrich stammte. Nicht zu vergessen ist Bertha Pappenheim, die Gründerin des Jüdischen Frauenbundes (1904), die in Frankfurt am Main lebte und als Führungsgestalt der Jüdischen Frauenbewegung über reichsweiten Einfluss verfügte.

Wie kam es zu dem relativ breiten Engagement jüdischer Frauen, die – gemessen an ihrem Bevölkerungsanteil – in den sozialen und frauenpolitischen Bewegungen des 19. Jahrhunderts weit überrepräsentiert waren? Welche Rolle spielten jüdische Frauen im Verbürgerlichungsprozess der jüdischen Minderheit? Wie definierten sie ihre jüdische Identität?

Artikel von Judith Neschma Klein in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vom 17. Mai 2015 zu
Anna Seghers als „Vordenkerin der Stolpersteine”

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