Altisraelitische Gemeinde zu Wiesbaden

Dr. Leo Kahn (1842–1936) war einer der am längsten amtierenden Rabbiner Deutschlands (47 Jahre). Nach Abschluss seiner talmudischen Studien in Berlin schickte ihn Rabbiner Dr. Hildesheimer 1869 nach Wiesbaden – dort kämpfte er mit Unterstützung des orthodoxen Mainzer Rabbiners Marcus Lehmann, Herausgeber der Zeitung „Der Israelit“, um die Anerkennung der orthodoxen Wiesbadener Gruppierung als eigenständige Gemeinde. Die erfolgreiche Gesetzesinitiative des Reichstagsabgeordneten Eduard Lasker eröffnete Juden die Möglichkeit, ihre Gemeinde verlassen zu können, ohne aus dem Judentum austreten zu müssen („Austrittsgesetz“). Auf dieser Grundlage gründete Dr. Leo Kahn die erste neoorthodoxe „Austrittsgemeinde“ Preußens. Sein aus Israel zurück gekehrter Nachlass wird von Prof. Dr. Andreas Lehnardt (Universität Mainz) wissenschaftlich unter folgenden Aspekten bearbeitet:

  • Etablierung der deutschen Orthodoxie,
  • Zusammenarbeit und Vernetzung der deutschen (neo-)orthodoxen Gemeinden,
  • Formung  der orthodoxen Gemeinde Wiesbadens und Zusammenarbeit mit der reform-liberalen Hauptgemeinde  (geprägt vom dem ehemaligen Wiesbadener Rabbiner Abraham Geiger sowie dem Bezirksrabbiner Samuel Süsskind)

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