Sammlung Sally Grosshut

Sally Friedrich Grosshut (geboren am 16. Juli 1906 in Wiesbaden) und seine Verlobte Sina Rosenstrauch (geboren am 26. Oktober 1904 in Łódź) emigrierten im Juli 1933 nach Palästina. Grosshut betrieb dort ein Buchantiquariat und arbeitete als Schriftsteller, konnte sich aber nur schlecht einleben. 1948 wanderte das seit 1936 verheiratete Paar zunächst nach Schweden aus und 1949 in die USA. In ständiger Angst vor Entdeckung seiner Erkrankung (Epilepsie) und der drohenden Gefahr, deswegen ausgewiesen zu werden, schlug er sich mit Hilfsarbeiten durch und verfasste Essays und Zeitungsartikel. Am 7. Oktober 1969 starb Sally Grosshut in North Bergen, USA.

Grosshut hat nach dem Krieg im Britischen Kriegsgefangenenlager in Ägypten, Camp 307 (Army Education Centre Fayid) im Rahmen der Re-Education gearbeitet. Aus dieser Zeit befinden sich in der Sammlung u.a. Programmhefte von Aufführungen in den Camps 307 und 380, die Monatszeitschrift des Lagers 307 „Weltanschauung – Politik – Geschichte – Kunst – Literatur“ (erschienen im Verlag der Tribüne, Oktober 1946), drei Folgen des Tribüne-Wochenblatts des Lagers 307 (aus dem Jahr 1946) sowie drei Ausgaben des „Schlemihl-Blatt für Humor im Kriegsgefangenenlager 307“ (Verlag der Tribüne) aus den Jahren 1946 und 1947.

Bestandteil der Sammlung Grosshut sind zudem zahlreiche, von Sally Friedrich Grosshut verfasste, in Tageszeitungen erschienene Artikel, Rezensionen und Essays aus den 1930er bis 1960er Jahren. Grosshut hat u.a. veröffentlicht in: „Allgemeine Wochenzeitung der Juden in Deutschland“, „Jüdische Wochenschau“, „Der Landbote und Tagblatt der Stadt Winterthur“, „Semana Israelita“ und „Argentinisches Tagblatt“.

Zum Bestand der Stiftung zählen auch die Manuskripte der von Grosshut geschriebenen Erzählungen „Schiedsrichter Rissing leitet ein Spiel“ (Kopie) und „Der Schwitzkasten“, ferner Gedichte.

Weitere erhaltene Dokumente betreffen die Anträge auf Entschädigungsleistungen: „Antrag auf Grund des Gesetzes zur Wiedergutmachung nationalsozialistischen Unrechts (Entschädigungsgesetz)“ von Sina Grosshut, New York, 1. März 1953; der Bescheid des Regierungspräsidenten (Wiesbaden) in der Entschädigungssache Gisela Zwart, Sally Mantel-Grosshut und Franziska Kahn vom 24. Februar 1961 sowie die Berufungsschrift (Kopie) in der Entschädigungssache des Landes Hessen gegen Sally Grosshut vom 28. September 1964.

Zur Sammlung Grosshut gehört auch die Korrespondenz zwischen Sina Grosshut (der Witwe Sally Friedrich Grosshuts) und Lothar Bembenek vom Beginn der 1980er Jahre, hauptsächlich deren eigenes Buchprojekt „Mosaik eines Lebens“ betreffend. Das Manuskript unter dem Arbeitstitel „Mein Leben mit Menschen und Affen“ ist als Kopie Teil der Sammlung.

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