Paul Lazarus (geb. 1888 in Duisburg) wurde, nach seiner Tätigkeit als Feldrabbiner in Mazedonien, mit Kriegsende zum Rabbiner der Michaelsberg-Synagoge nach Wiesbaden berufen. Hier wirkte er, bis zu seiner Migration nach Palästina, 20 Jahre als Bezirksrabbiner. Sein Rabbinat ist insbesondere gekennzeichnet durch seine Jugendarbeit einerseits und durch seine Offenheit wie Kooperationsfähigkeit zur Wiesbadener altisraelitischen Gemeinde andererseits.
Sein Nachlass enthält – oft lückenhaft – neben (1) persönlichen Dokumenten seine Korrespondenzen, darunter v.a. auch die Abschiedsbriefe zum Ausscheiden aus dem Rabbinat (Oktober 1938), (2) seine Tätigkeit als Bezirksrabbiner für jüdischen Religions-unterricht an Wiesbadner Schulen, (3) Unterlagen zu seiner Tätigkeit in Deutschland, darunter seine (a) Aktivitäten im „Jüdischen Lehrhaus Wiesbaden“, (b) Planung einer Jahrhundertfeier zum Antritt Abraham Geigers als Reformrabbiner in Wiesbaden sowie (c) Tätigkeit in der „Vereinigung der liberalen Rabbiner in Deutschland“, (4) seine Tätigkeit in Palästina, insbesondere (a) sein Beitrag zum Aufbau und zur Anerkennung der vier liberalen jüdischen Gemeinden vor der israelischen Staatsgründung sowie (b) seine Befassung mit der „Trennung von Staat und Religion in Israel“ einschließlich der Diskussion zur israelischen Verfassung nach 1948.
Bisher noch nicht erschlossen sind die Nachlässe über seine wissenschaftliche und publizistische Tätigkeit.

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